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29.10.2012
by: www.symantec.com

Cyberkriminalität im Wandel – immer mehr Angriffe auf sozialen Netzwerken und Mobilgeräten

Internetkriminalität kostet jeden deutschen Nutzer statistisch gesehen 188 EUR pro Jahr. Schaden in Deutschland belief sich in den vergangenen zwölf Monaten auf 2,83 Milliarden Euro, weltweit auf 110 Milliarden US Dollar.

Der Norton Cybercrime Report ist eine weltweite Umfrage zum Thema Internetkriminalität – also zu Delikten, die mit Hilfe eines Computers, Netzwerks oder Hardware-Geräts begangen werden. Ziel der Studie ist, zu verstehen, wie Internetkriminalität Konsumenten in ihrem täglichen Leben beeinflusst und welche neuen technischen Entwicklungen ihre Sicherheit beeinträchtigen. Die diesjährige Befragung von mehr als 13.000 Erwachsenen in 24 Ländern zeigt eine Verschiebung hin zu „neuen“ Angriffsformen. Nicht nur der Durchschnittsbürger bewegt sich verstärkt in sozialen Netzwerken oder nutzt mobile Endgeräte– auch Betrüger haben sich auf die veränderten Gegebenheiten eingestellt und konzentrieren ihre Anstrengungen auf die Plattformen, die mehr genutzt werden und damit den meisten Profit versprechen.

Von ge-hijackten Accounts, über betrügerische Posts bis hin zum Ausspähen der Bankdaten – in den letzten 12 Monaten waren etwa 556 Millionen Erwachsene weltweit von Internetkriminalität betroffen. In Deutschland ergibt sich eine Zahl von 15 Millionen. Dabei entstand deutschlandweit ein Gesamtschaden von 2,8 Milliarden Euro (3,5 Milliarden USD) an direkten Kosten – weltweit liegt der Schaden bei 110 Milliarden USD. Statistisch gesehen wurden damit weltweit jede Sekunde 18 Erwachsene Opfer von Cyberkriminalität, mehr als 1,5 Millionen Opfer pro Tag.

Internetbetrug Goes Social

Der Norton Cybercrime Report 2012 zeigt die veränderte Ausrichtung von Betrügern auf – genau wie immer mehr User mobil und auf sozialen Netzwerken unterwegs sind, nutzen sie diese Plattformen für ihren Profit. So geben 28 Prozent der deutschen Nutzer von sozialen Netzwerken an, Erfahrungen mit Angriffen gemacht zu haben: Dazu gehören unter anderem Hacks von Profilen oder gepostete Links, die auf gefälschte oder mit Schadcode infizierte Seiten führten. Obwohl 77 Prozent der befragten Deutschen sich darüber bewusst sind, dass Online-Betrüger sich zunehmend auch auf soziale Netzwerke konzentrieren, verwendet nur gut ein Drittel (34 Prozent) tatsächlich eine Sicherheitslösung, die sie vor solchen Angriffen schützt. Auch verwenden nur knapp über die Hälfte (54 Prozent) der deutschen Nutzer von sozialen Netzwerken die Privatsphäre-Einstellungen, um zu kontrollieren, welche Information sie mit wem teilen.

„Es ist nicht verwunderlich, dass Betrüger ihre Taktik ändern und sich immer mehr auf mobile Plattformen und soziale Netzwerke konzentrieren. Viele User denken hier nicht über Gefahren nach und spielen so Betrügern unbewusst für sie nutzbare Informationen in die Hand. Ein gesundes Misstrauen ist aber auch hier ratsam“, erklärt Candid Wüest, Norton Sicherheitsexperte.

Unsicherheitsfaktor: User

In einigen Bereichen hat sich das Bewusstsein der Menschen bereits geschärft – laut Norton Cybercrime Report 2012 gab es vor allem im generellen Online-Verhalten Fortschritte: Ein Großteil löscht verdächtige Emails und achtet darauf, welche persönlichen Details wie Geburtsdaten sie online veröffentlichen. Andere Vorsichtsmaßnahmen werden weniger ernst genommen: 38 Prozent nutzen keine komplexen Passwörter und erneuern diese auch nicht regelmäßig – und mehr als ein Viertel der deutschen Nutzer achtet nicht auf das Symbol des geschlossenen Sicherheitsschlosses in ihrem Browser wenn sie sensible Daten wie Bankdetails eingeben. Darüber hinaus sind sich viele Internetnutzer offensichtlich nicht darüber bewusst, wie sich Cyberkriminalität in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Jeder fünfte deutsche Internetnutzer (22 Prozent) weiß nicht, dass sich Schadprogramme auf seinem Rechner völlig unauffällig verhalten können – und damit schwer festzustellen ist, ob ein Rechner befallen ist oder nicht. Inzwischen ist es nicht mehr der blaue Bildschirm oder ein Absturz, der Nutzern zeigt, dass ihr Rechner infiziert ist. „Die Methoden der Angreifer haben sich weiterentwickelt: Sie wollen so lange wie möglich unbemerkt bleiben, um beispielsweise Daten auszuspähen“, erklärt der Norton Experte.

Schwache Passwörter, leichtes Spiel für Betrüger
18 Prozent der befragten deutschen Internetnutzer berichten, dass sie schon einmal von ihrem Anbieter dazu aufgefordert wurden, ihr Passwort zu ändern, weil ihr Konto gefährdet sei. E-Mail-Konten sind heutzutage immer mehr Zentrum des gesamten Online-Lebens – Nutzer senden, empfangen und speichern hier alles – von persönlichen Fotos (49 Prozent) über Arbeits-Korrespondenz (25 Prozent) bis hin zu Kontoauszügen (11 Prozent) und Passwörtern für andere Online Accounts (15 Prozent). Werden diese Konten gehackt, bieten sie Zugang zu sensiblen persönlichen und eventuell geschäftlichen Informationen.

Quelle: www.symantec.com


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