Independent Competence Platform
for Integrated Security in Switzerland.

04.10.2012
by: Prof. Dr. Stephanie Teufel

Paradigmenwechsel des Web 2.0. Wo bleibt die Sicherheit

Für Verwaltungen, Unternehmen bzw. Organisationen im Allgemeinen führt kein Weg an Social Media vorbei; es ist aktives mitmachen und gestalten notwendig, andernfalls besteht die Gefahr gestaltet zu werden. Der Druck wächst nicht zuletzt aus der Tatsache, dass die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen längst im Privaten auf Social Media Plattformen vertreten sind. So zeigt z.B. eine Umfrage unter den öffentlichen Verwaltungen der Schweiz, dass 54 % der befragten Verwaltungsangestellten mindestens 3 - 4-mal pro Woche Social Media Plattformen privat nutzen, während nur 18 % Social Media überhaupt nicht nutzen. Es ist anzumerken, dass klare Definitionen und eindeutige Abgrenzungen zwischen den vielen Begrifflichkeiten, wie Social Networks, Social Software, Social Media, etc., sich noch nicht vollständig etabliert haben. Soziale Software unterstützt die direkte und indirekte zwischenmenschliche Interaktion und bildet das Beziehungsgeflecht im World Wide Web ab. Unter Social Media verstehen wir damit internetbasierte Software-Applikationen des Web 2.0, also Plattformen, die es erlauben, nutzergenerierte Inhalte in Form von Text, Videos, Audios oder Bildern zu erstellen und zu verbreiten. Im Vordergrund stehen die Interaktion und der Informationsaustausch der beteiligten Akteure.

Sprechen wir von Social Media, so sind zum einen die informationstechnische Seite mit entsprechenden Werkzeugen und Applikationen und zum anderen die Kommunikationsseite mit entsprechenden Inhalten zu sehen. Die  Kommunikationsseite ist hier von besonderem Interesse, da sich durch Social Media deutliche Veränderungen ergeben. Social Media verändern die Beziehungen zu bzw. zwischen Unternehmen und Kunden bzw. Mitarbeitenden. So gilt es von einer traditionellen „To-You“-Beziehung zu einer modernen, zukunftsgerichteten und interaktiven „With-You“-Beziehung zu kommen.

Der Paradigmenwechsel erfordert die Verinnerlichung der Erkenntnis, die Akteure in einer Kommunikationsrelation als gleichgestellte Partner zu sehen. Für ein Unternehmen kann z.B. der Kunde damit sowohl als Stimmungsbarometer als auch als Ideengeber dienen. Dialog und Interaktion sind hierzu die Schlüssel. Transparenz, Partizipation und Kollaboration in den Prozessen spielen eine entscheidende Rolle und werden im Social Media Kontext neu definiert.

Die natürliche Eigenschaft von sozialen Medien, Nachrichten „viral“ und global zu verbreiten, kann zwar positiv genutzt werden, kann aber auch zu schwerwiegenden Imageschäden und Vertrauensverlusten führen. Chancen und Risiken existieren gleichermassen. Die Verwischung von privaten und geschäftlichen Grenzen kann ebenso positiv genutzt werden, wie sie negative Folgen haben kann. Beispielsweise kann ein geschäftlicher Kontakt, der privat via Social Media positiv ausgebaut wird, neue Chancen für das ganze Unternehmen bringen.

Dieser Paradigmenwechsel bringt neben den positiven Effekten aber auch negative Effekte mit sich. So stehen Sicherheitsaspekte mit allen ihren Ausprägungen wie ein Damoklesschwert über der sich verändernden Welt. Aber an dieser Entwicklung und damit der Suche nach Lösungen für diese Sicherheitsanforderungen führt kein Weg vorbei. Insbesondere verstärken sich diese Entwicklungen noch durch die sog. Digital natives, der Generation Y, die jetzt in die Arbeitswelt kommen.


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