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SVEN - Smart Value Energy Network

Prof. Dr. Stephanie Teufel - Ordinaria der Universität Fribourg und Direktorin, iimt, international institute of management in technology

Prof. Dr. Stephanie Teufel - Ordinaria der Universität Fribourg und Direktorin, iimt, international institute of management in technology

Mario Gstrein - Research Assistant, iimt, international institute of management in technology

Mario Gstrein - Research Assistant, iimt, international institute of management in technology

Trends, wie die Bevölkerungssteigerung sowie die Elektrifizierung, lassen uns immer mehr nach dem „Rohstoff“ Strom rufen. Jedoch sind bestehende Infrastrukturen und Konzepte nicht mehr länger in der Lage diesem Ruf Folge zu leisten. Ein neues System muss her, um die immer grösser werdende Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage über den gesamten Tagesverlauf hinweg auszugleichen. Das alte Konzept der Einbahnstrassen-Verteilung hat dabei ausgedient, und es ist dringend notwendig die Stromverwaltung „intelligent“ zu behandeln. Mit der Initiative „intelligentes Stromnetz“ (Smart Grid) wurde ein wertvolles Konzept geschaffen, um die anspruchsvollen Ziele wie der Emissionsreduktion, der Energieeffizienz und einer stabilen Energieversorgung zu erreichen. Dem neuen, intelligenten Konzept unterliegt jedoch eine vermehrte und stärkere Interaktion sowohl zwischen Elementen als auch zwischen Produzenten und Konsumenten.

Ein Smart Grid macht den Umbau der Stromnetze unabdingbar. Jedoch hat es tiefgreifendere Auswirkungen auf bestehende Konzepte und Vorstellungen von Energie. Die zentrale Frage ist, wie wir in Zukunft mit Strom umgehen? Sehen wir die Nachfrage als „dumm“ an, oder ist es möglich diese zu beeinflussen (Demand Side Management)? Konzentriert sich das System auf zentrale, grosse Kraftwerke oder werden vermehrt dezentrale und kleinere Werke in das Stromnetz implementiert? Egal wie die Architektur aussehen wird, eines ist klar; das Produkt „Energie“ spielt nicht mehr die Hauptrolle. Vielmehr muss es Firmen gelingen, zur Erreichung der Smart Grid Ziele, adäquate Services zu designen und diesen Mehrwert an die Kunden zu transferieren. Solche „Value Added Services“ sind die entscheidenden Faktoren und ermöglichen es auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.

All diese Paradigmenwechsel verändern die Value Chain und der Endverbraucher ist stärker in den ganzen Energieprozess involviert. Wünsche und Anforderungen sind verstärkt zu berücksichtigt und in Zukunft ist es für Unternehmen entscheidend, diese Informationen zu besitzen. Dabei geht es nicht nur um Informationen über den Energieaustausch, ebenso Informationen über das Kundenverhalten stehen im Vordergrund. Eine Herausforderung wird die Bewältigung dieser Flut an Daten sein. Neben der Klärung von rechtlichen Aspekten sind technische Konzepte zur Verwaltung zu erstellen. Erste Pilotversuche (z.B. Ittingen) sind bereits durchgeführt, und zeigen ein grosses Potential für neue Geschäftsmöglichkeiten. Ein sicheres Indiz für das Potential ist das Interesse von Konzernen wie IBM, Siemens, Swisscom, Alpiq und vielen mehr. Sie alle haben ihre Anstrengungen in diesem Bereich intensiviert.

Die Transition des heutigen Netzwerkes hin zu einem "Smart Value Energy Network" (SVEN) ist zwar erst in einem Anfangsstadium, jedoch stellt es traditionelle Organisationen im Energiesektor vor neue Herausforderungen. Erstens ist eine strategische Neupositionierung im SVEN unter dem Kontext von Smart Grid Zielen (z.B. Netzwerkeffizienz) notwendig. Zweitens treten neue Konkurrenten (z.B. IKT) auf den Markt, welche mitsamt anderer Fähigkeiten „in Schach“ gehalten werden müssen. Drittens beinhaltet die Marktorientierung ein innovatives und kundenorientiertes Verhalten und Fähigkeiten, welches erst erlernt werden muss. Aus diesen Herausforderungen resultieren diverse Fragestellungen, die das iimt der Universität Fribourg in seinem Forschungsprojekt SVEN beantworten will. Dabei konzentriert sich SVEN hauptsächlich auf die wirtschaftlichen Aspekte eines Smart Grid und findet Antworten zu folgenden Themen:

  • Innovation Space für Service
  • Preisstrategien
  • angemessene Business-Konzepte
  • mögliche Szenarien und dessen Charakteristiken
  • der Rebound-Effekt

Aufgrund des Umfangs des Themas und zur Durchführbarkeit wird SVEN gemäss den oben genannten Bereichen in Teilprojekte unterteilt. Partner sind herzlich eingeladen, sich an einzelnen Abschnitten oder am Gesamtprojekt zu beteiligen. Zurzeit beschäftigt sich das iimt mit der Fragestellung der Preisgestaltung in einem intelligenten Netzwerk, und welche Elemente entscheidenden Einfluss nehmen werden.


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