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17.05.2016
von: Moritz Jäger - Computerwoche.de

Empfehlenswerte Security-Apps für Android

Malware, Diebstahl und unbefugter Zugriff sind ernsthafte Bedrohungen für Android-Smartphones. Der Google-Play-Market bietet jedoch eine Vielzahl an Sicherheits-Apps, mit denen Sie ihr Smartphone sicherer machen. Wir stellen Ihnen einige empfehlenswerte Anwendungen vor.

In einer Zeit, in der Anwender verstärkt E-Mails, Kontakte und andere persönliche Daten auf dem Smartphone stapeln, gibt das Mobiltelefon ein hervorragendes Ziel für Datendiebe ab. Das Jahr 2015 war Android besonders von Adware und SMS-Trojanern geplagt. Mobile Malware ist weiterhin eine immer größere Bedrohung. Zu den zentralen Sicherheitsthemen für 2016 zählen wohl auch wie im letzten Jahr "Mobile Device Exploit Kits", mit denen WhatsApp- oder SMS-Konversationen eingesehen werden können, Telefonate mitgeschnitten oder gar pro-aktiv in Konversation mit Dritten eingegriffen werden kann.

Die Schlussfolgerung bleibt wie schon im letzten Jahr unverändert: Die wachsende Verbreitung von Smartphones - und nicht zuletzt auch von Tablets - mit dem mobilen Betriebssystem Android macht die Plattform weiter immer interessanter für Malware-Entwickler.

Doch nicht nur Schadsoftware bedroht Ihr Smartphone, auch an anderen Stellen tun sich Sicherheitsrisiken auf, beispielsweise bei Backup & Restore-Funktionen oder Zugangskontrollen. Aber auch Verlust oder Diebstahl des Smartphone verlangt nach überdachter Vorgehensweise. Lesen Sie hier Informationen zu einigen Security-Apps, mit denen Sie die Smartphone-Sicherheit verbessern können.

Security-Suiten für Android
Von so gut wie jedem Antivirensoftware-Hersteller gibt es mittlerweile eine Android-Lösung. Regelmäßige Tests von Android-Antivirenscannern gibt es unter anderem bei AV-Test und der Stiftung Warentest. Besonders empfehlenswert sind nach unserer Meinung aber zwei kostenlose Security-Suiten: Avira Mobile Security und Norton Mobile Security Beide Anwendungen versprechen den Schutz vor Malware auf dem Smartphone. Konkret sind damit zum Beispiel infizierte Apps aus dem Google-Play-Market gemeint, die unbemerkt im Hintergrund IMEI- und IMSI-Nummer, Adressdaten, SMS und Co. übertragen, sobald sie einmal installiert sind. Hierfür überwachen alle Programme die laufenden Prozesse unter Android, behalten den Hauptspeicher des Smartphones im Blick und führen regelmäßige Scans des Telefonspeichers durch. Aber auch schon beim Download aus dem Market schlägt das Scanner-Modul Alarm.

Alle zwei Programme besitzen jedoch Funktionen, die über die eines bloßen Malware-Scanners hinausgehen. So können sie eingehende Telefonanrufe sowie SMS von unliebsamen Kontakten filtern - praktisch bei störenden Werbebotschaften. Dabei werden sogar Notifications unterdrückt.

Typische "Find my Phone"-Funktionen sind in alle drei Programme integriert und finden, sperren oder löschen das verlorene Telefon aus der Ferne. Das bietet auch Google mit Android Device Manager, die beiden Tools haben aber dabei mehr Optionen zu bieten.

Unbefugten den Zugriff verweigern
Wer sein Smartphone regelmäßig aus der Hand gibt, kennt das ungute Gefühl, eigene SMS, Fotos oder E-Mails den neugierigen Blicken eines anderen auszusetzen. Mit einigen Programmen aus dem Google-Play-Market lassen sich jedoch bestimmte Smartphone-Bereiche durch einen PIN-Code schützen.

Eine empfehlenswerte App ist hier Perfect App Lock. Die Schutz-App versieht einzelne Programme mit einem PIN-Schutz oder einem Gesten-Schutz. Zusätzlich können jedoch auch gezielt Funktionen der Apps gesperrt werden, beispielsweise das Rotieren beim Neigen. In der kostenlosen Version von Perfect App Lock sind alle Funktionen vorhanden, allerdings gibt es Werbeeinblendungen. Die Ad-freie Premium-Version Perfect App Lock Pro gibt es für 2,06 Euro im Google Play Store. Bevor Perfect App Lockr funktioniert, muss das Android-Phone neu gestartet werden. Mit den Apps lassen sich etwa speziell die SMS-Anwendung und Foto-App vor neugierigen Blicken schützen, das Smartphone kann wieder ruhigen Gewissens aus der Hand gegeben werden.Eine Alternative mit mehr Funktionen ist AppLock von Do Mobile Lab. Die Protector-App versieht einzelne Programme mit einem PIN-Schutz. Zusätzlich können jedoch auch gezielt Funktionen aus Apps per Geheimzahl gesichert werden. Für Videos und Fotos gibt eigen "Tresore".

Achtung: Bei allen Programmen dieser Art gibt es jedoch zu beachten, dass der Schutz immer nur auf dem laufenden System selbst wirkt und sich mit vertretbarem Aufwand umgehen lässt. Wird das Smartphone etwa per USB mit einem PC verbunden, können Bilder und Co. leicht vom Gerät heruntergeladen werden. Und schon das einfache Herausnehmen der Speicherkarte genügt, um Zugriff auf dort gespeicherte private Daten zu erlangen.

Backup und Datenwiederherstellung
Nur wenn das Smartphone ordentlich und in regelmäßigen Abständen gesichert wird, lässt sich ein vollständiger Verlust der Daten verhindern. Hierfür hält der Market viele Anwendungen bereit.

SMS Backup+ ist ein solches Programm. Die quelloffene Software überträgt SMS und MMS zu Google Mail, wo sie unter einem eigenen Label sortiert werden und sich so leicht von normalen E-Mails unterscheiden lassen. Anrufe werden im Google-Kalender zusammengefasst und mitsamt Rufnummer und genauem Zeitpunkt erfasst. Die Wiederherstellung ist im Falle eines Geräteverlustes ebenso möglich. Voraussetzung für die korrekte Funktion der App ist das Aktivieren der IMAP-Funktion bei Google Mail. Helium ist dagegen auf "richtige" Backups spezialisiert und kann Apps, Benutzerdaten und Passwörter sichern. Da ein nicht gerootetes Android aber keinen Zugriff auf Systemdateien erlaubt, können nur Benutzerdaten gesichert werden. Die Vollversion kostet 3,71 Euro. Für Backup von WhatsApp-Nachrichten nutzt man übrigens besser die integrierte Datensicherungsfunktion des Messengers.

Firewall, Passwort-Safe und mehr
Eine Firewall gehört auf dem Desktop-PC quasi zur Grundausstattung. DroidWall bietet eine vergleichbare Funktionalität für Android-Smartphones. Die App setzt auf die Linux-Firewall-Funktion iptables, um Apps zuverlässig vom Netzzugriff auszuschließen. Dafür erfordert DroidWall jedoch einen Root-Zugriff auf das Smartphone - bei vielen Geräten ein Garantieproblem. Praktische Nutzungsmöglichkeiten für die Freeware ergeben sich nicht nur aus Sicherheitsaspekten. Auch bei beschränktem Datenvolumen kann eine abgesicherte Datensperre sinnvoll sein. Die App DroidWall wurde allerdings schon länger nicht mehr aktualisiert und funktioniert bei aktuellen Android-Versionen je nach Gerät manchmal nicht. Eine Firewall gehört auf dem Desktop-PC quasi zur Grundausstattung. AFWall+ bietet eine vergleichbare Funktionalität für Android-Smartphones. Die App setzt auf die Linux-Firewall-Funktion iptables, um Apps zuverlässig vom Netzzugriff auszuschließen. Die App richtet sich aber eher an erfahrene Anwender als Einsteiger und setzt ein gerootetes Gerät voraus. Praktische Nutzungsmöglichkeiten für die Freeware ergeben sich nicht nur aus Sicherheitsaspekten. Auch bei beschränktem Datenvolumen kann eine abgesicherte Datensperre sinnvoll sein.

Mal ehrlich: Wie oft beachten Sie ernsthaft die Installationshinweise einer jeden App, die Sie aus dem Google-Play-Market laden? Oftmals, wenn nach der Freigabe von Berechtigungen gefragt wird, wird einfach blindlings der OK-Button betätigt - ungeachtet der potenziellen Gefahren. aSpotCat listet alle jemals gewährten Freigaben zu jeder installierten Anwendung auf und bietet ihre schnelle Beseitigung an. So kommen Sie Apps auf die Schliche, die heimlich Premium-SMS verschicken können oder laufend das GPS-Modul des Smartphones beanspruchen - selbst wenn dies kein Geld, sondern nur ein wenig Akku-Laufzeit kostet.
Lesen Sie hier den gesamten Artikel: computerwoche.de


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