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06.03.2015
von: eGov Schweiz

Umfrageergebnisse zum Thema "Bürgerdossier"

Im Auftrag des Vereins eGov-Schweiz wurde von August bis Oktober 2014 eine Umfrage mit einem Online-Fragebogen von der Berner Fachhochschule durchgeführt. Der Fragebogen stand in Deutsch und Französisch zur Verfügung und hatte zum Ziel, das Interesse am Thema „Bürgerdossier“ zu evaluieren und allenfalls die Projektidee mit Hilfe der angegebenen Kommentare und Ideen zu verfeinern. Die Grundidee vom Bürgerdossier ist eine behördenübergreifende Plattform, die Bürgern eine Übersicht über die gespeicherten persönlichen Daten liefert und helfen soll, die Prozesse im eGovernment elektronisch abzuwickeln.

Im Verlauf der Umfrage sind 377 Antworten eingegangen, von denen 319 vollständig und gültig waren. 86% der Fragebögen wurden in Deutsch ausgefüllt. Vor allem männliche Schweizer Bürger mittleren Alters haben mitgemacht.
Die Auswertung zeigt ganz klar, dass die Kommunikation mit den Behörden als umständlich angesehen wird, denn 91% der Umfragebeantwortenden gaben an, dass der Informationsaustausch mit den Behörden vereinfacht werden sollte (siehe Abbildung). Noch mehr Leute (94%) würden gerne wissen, welche Daten über sie bei der öffentlichen Verwaltung vorhanden sind und viele (77%) empfinden es als problematisch, dass sie dies nicht wissen. Eine grosse Mehrheit würde es begrüssen, wenn sie einen Überblick über ihre Daten haben könnten (93%) und den Zugriff auf diese Daten kontrollieren könnten (84%).

Mit einer zentralen Verknüpfung der persönlichen Daten auf einer solchen Plattform, wie sie das Bürgerdossier darstellen würde, könnten sich Gefahren eröffnen; 52% gaben an, dass sie eine zentrale Verknüpfung problematisch finden, oft mit der Erklärung, dass damit auch ein zentraler Angriffspunkt geschaffen würde. Trotzdem finden viele (84%), dass das Bürgerdossier eine geeignete Möglichkeit sein könnte, die eigenen Daten zu verwalten, und würden es benützen (88%). Zwar nicht so oft (65% sagen ein- mehrmals pro Jahr), aber 89% derjenigen, die es nützen würden, möchten gerne damit die Daten für Behörden freigeben. Als Grund dafür geben jüngere Leute eher die Zeitersparnis an (89%), während ältere eher das einmalige Erfassen der Daten als Gewinn ansehen (82-83%). Die Möglichkeit zur Weitergabe von Daten an Dritte (z.B. Vermieter oder Arbeitgeber) würden aber nur 54% der Umfrage-Beantwortenden verwenden. Als Betreiber für das Bürgerdossier sehen die meisten (68%) den Staat selbst vor. Ein staatsnaher Betrieb wäre mit (19 %) eher die 2. Wahl.

Im Fragebogen wurde auch die Frage gestellt, ob der Name „Bürgerdossier“ für ein solches Portal passend ist. 60 % finden den Name „Bürgerdossier“ passend oder eher passend.Sehr erfreulich ist das Interesse am Thema „Bürgerdossier“.  Etwa 50 % der Befragten ist an dem Thema interessiert und möchte über das Ergebnis der Studie informiert werden. 12% möchten in Zukunft aktiv an dem Thema mitarbeiten. Wir möchten allen danken, die sich an der Umfrage beteiligt haben und das Bürgerdossier unterstützen.


Quelle: egov-schweiz.ch

Prof. Dr. Annett Laube-Rosenpflanzer - Cloud-Finder Schweiz Experten-Beirat

(BFH) Berner Fachhochschule

 

 


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