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17.07.2019

25 Millionen infizierte Mobilgeräte: Check Point Research entdeckt neue Art von Malware

Schädling „Agent Smith“ ersetzt automatisch die installierten Anwendungen durch infizierte Versionen – ohne Zutun oder Wissen des Nutzers

Check Point Research hat eine neue Art von Malware entdeckt. Diese hat heimlich 25 Millionen Mobilgeräte infiziert, darunter allein 15 Millionen in Indien. Getarnt als mit Google verbundene Anwendung, nutzt der Schädling bekannte Schwachstellen des Android-Betriebssystems für seinen Angriff aus. Automatisch ersetzt das Schadprogramm installierte Anwendungen durch infizierte Versionen, ohne Zutun oder Wissen des Nutzers.

Die als „Agent Smith“ bezeichnete Malware nutzt ihren breiten Zugriff auf die Rechenleistung der Mobilgeräte bislang nur dazu, um betrügerische Anzeigen zu finanziellen Zwecken zu schalten. Allerdings könnte sie auch sehr leicht dazu benutzt werden, um weitaus gefährlichere Angriffe durchzuführen, wie den Diebstahl von Banking-Zugangsdaten oder Lauschangriffe auf Nutzer. Insgesamt gleicht Agent Smith damit früheren Kampagnen, wie Gooligan, Hummingbad und CopyCat.

„Die Malware greift vom Benutzer installierte Anwendungen im Hintergrund an, was es für normale Android-User schwierig macht, solche Bedrohungen selbst zu bekämpfen“, erklärt Jonathan Shimonovich, Head of Mobile Threat Detection Research bei Check Point Software Technologies: „Die Kombination aus fortschrittlicher Bedrohungsprävention und Bedrohungsaufklärung bei gleichzeitiger Anwendung eines ‚Hygiene-Zuerst‘-Ansatzes zum Schutz digitaler Vermögenswerte ist der beste Schutz vor invasiven Malware-Angriffen gegen Mobilgeräte, wie Agent Smith. Zusätzlich sollten Nutzer ihre Anwendungen nur von vertrauenswürdigen App-Stores herunterladen, um die Gefahr einer Infektion durch ein Schadprogramm zu verringern. Die App-Stores von Drittanbietern lassen häufig die Sicherheitsvorkehrungen vermissen, die nötig sind, um schädliche Werbeprogramme zu blockieren.“

Agent Smith wurde ursprünglich vom weitverbreiteten Drittanbieter-App Store 9Apps ausgehend verbreitet. Hauptsächlich richtete sich der Schädling gegen Hindi, Arabisch, Russisch und Indonesisch sprechende Menschen. Daher finden sich bislang die meisten Opfer in Indien, doch andere asiatische Länder, wie Pakistan und Bangladesch, wurden mittlerweile ebenfalls getroffen. Ausserdem wurde eine nennenswerte Anzahl infizierter Mobilgeräte in den Vereinigten Staaten, Australien und Grossbritannien festgestellt. Check Point hat eng mit Google zusammengearbeitet und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren keine bösartigen Apps mehr im Play Store.
Quelle: research.checkpoint.com | jeko.com


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