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22.12.2010

Ärzte im Social Web zu sorglos mit Datenschutz

Manche Berufsgruppen handeln sich ethische Konflikte ein, wenn sie Social Media für private Zwecke nutzen. Zu diesem Schluss kommen französische Forscher im "Journal of Medical Ethics". Sie zeigten in einer Studie, wie sorglos Ärzte oft mit Facebook umgehen. "Ärzte werden gehäuft zum Ziel von Drohungen oder Belästigungen.

Von den 200 befragten Spitalsärzten verfügten drei Viertel über ein Facebook-Profil, acht von zehn davon schon länger als ein Jahr. Jeder zweite glaubte, dass es die Beziehung zum Patienten belasten würde, gelangten diese auf die eigene Profilseite. Allerdings nehmen es die meisten Ärzte nicht so genau mit dem Datenschutz. 97 Prozent der Facebook-User sind durch frei zugängliche Daten wie etwa den realen Namen oder das Geburtsdatum eindeutig identifizierbar und 91 Prozent mit einem persönlichen Foto vertreten.

Nur sechs von zehn Facebook-Ärzten hatten zumindest eine ihrer Standard- Sicherheitseinstellungen verändert, wobei die erst kürzlich zu Facebook gestoßenen die sorglosesten waren. Von Freundesanfragen von Patienten berichteten nur sechs Prozent. Zwar behaupten 85 Prozent, sie würden derartige Anfragen automatisch ablehnen, vor allem zur Wahrung der professionellen Distanz oder bei Verdacht auf Interesse an einer Liebesbeziehung. Immerhin jeder siebte entscheidet jedoch von Fall zu Fall und würde Patienten als Freunde akzeptieren, um sie nicht zu enttäuschen oder gar zu verlieren.

Die Medical Defence Union warnt Ärzte vor Facebook, da damit häufig ethische Verantwortungen überschritten werden. Eine Reihe von Patienten hätte ihren Ärzten Angebote gemacht, die sich auf Profilangaben im Internet bezogen hatten.

Heftige Kritik musste Facebook schon vor Monaten durch die deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner einstecken. Die soziale Plattform würde nicht nur Daten registrierter Nutzer, sondern auch von Dritten speichern, um damit Gewinne zu machen. Ärzte, Psychologen und Anwälte hätten sich laut Aigner im Ministerium beschwert, dass Emails mit Facebook-Freundschaftsvorschlägen Namen von Patienten enthalten haben.

Quelle: ictk


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