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11.01.2011

Spitäler wollen eine einheitliche Versichertenkarte

Die Spitäler machen Druck auf die Krankenkassen, damit sie die gesetzlich vereinbarte Versichertenkarte einführen. Ausserdem drängen sie auf ein einheitliches System.
Aus Kostengründen haben bisher viele Krankenkassen darauf verzichtet, die Versichertenkarte einzuführen, obschon sie das Gesetz dazu verpflichtet. Auch die Grossen der Branche, wie Swica mit über einer Million Versicherten oder Assura mit über 600‘000 Versicherten, vertraten die Ansicht: Die Einführung der Karte koste viel und bringe wenig Nutzen.
Dieser Meinung waren bisher auch viele Spitäler. Denn wer die Karte nutzen will, braucht passende Lesegeräte. Doch nun hat ein Umdenken stattgefunden.

Kurskorrektur bei hplus
Mehrere Spitäler haben positive Erfahrungen mit der Versichertenkarte gemacht. Die Karte habe tatsächlich die administrativen Abläufe vereinfachen können, sagte Bernhard Wegmüller, Direktor des Spital-Verbandes H+ gegenüber Schweizer Radio DRS. Viele Spitäler hätten sich darauf eingerichtet, dass administrative Daten von Patientinnen und Patienten, wie Name, Geburtsdatum, Versicherten-Nummer und Krankenkasse, automatisch in ihre Systeme übertragen würden.

Inselspital befürwortet Karte
Mit der Versichertenkarte lässt sich Geld und Zeit sparen. Davon ist Martin Bruderer, Bereichsleiter beim Berner Inselspital überzeugt. «Wir haben ganz klar positive Erfahrungen gemacht.» Grundsätzlich habe man die Investitionen für die Karte wieder eingespielt. Bruderer sieht auch Vorteile für die Patientinnen und Patienten: Die Zeit für die Anmeldung sei um einen Drittel kürzer geworden.

Spitäler machen Druck auf Kassen
Nach ihren positiven Erfahrungen fordern die Spitäler nun die säumigen Krankenkassen auf, eine Versichertenkarte einzuführen. Diese Forderung trifft beim Verband der Krankenkassen Santesuisse auf offene Ohren. Eine einheitliche Karte für die ganze Schweiz würde die Kosten senken und die Effizienz erhöhen, ist Silvia Schütz, Sprecherin von Santesuisse überzeugt.

Derzeit sind verschiedene Typen von Versichertenkarten in Umlauf. Dem wollen H+ und das Bundesamt für Gesundheit entgegenwirken: Sie suchen nach einem gemeinsamen System für die verschiedenen Karten. Wann dieses System einführt werden soll, ist unklar.

Quelle: DRS1


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